/ 2022-05-20T18:50:12+02:00 news-3482.atom Curricula für Prüfer aktualisiert - 2022-05-13T14:08:23+02:00 2022-05-13T14:11:27+02:00 Die Bundesärztekammer und der Arbeitskreis Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (AKEK) haben die curricularen Fortbildungen für den Grundlagen-, Aufbau- und Auffrischungskurs aktualisiert. Ziel war es, die umfangreich novellierten europarechtlichen Vorgaben und ihre nationalen Durchführungsvorschriften abzubilden.

Berlin, 13.05.2022 – Die Bundesärztekammer und der Arbeitskreis Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (AKEK) haben die curricularen Fortbildungen für den Grundlagen-, Aufbau- und Auffrischungskurs aktualisiert. Ziel war es, die umfangreich novellierten europarechtlichen Vorgaben und ihre nationalen Durchführungsvorschriften abzubilden.

So hat sich im Kontext der seit dem 26. Mai 2021 geltenden EU-Verordnung über Medizinprodukte sowie der seit dem 31. Januar 2022 geltenden EU-Verordnung über klinische Prüfungen mit Humanarzneimitteln Anpassungsbedarf ergeben. Darüber hinaus findet ab dem 26. Mai 2022 die EU-Verordnung über In-vitro-Diagnostika erstmals Anwendung.

Neben der Aktualisierung der regulatorischen Vorgaben und Verweise wird nun in den curricularen Fortbildungen für eine bessere Übersichtlichkeit und zur Vermeidung von Unsicherheiten nur noch die aktuell geltende Rechtslage dargestellt. Zudem werden - im Ergebnis der in der Pandemie gesammelten Erfahrungen - die Hinweise zur Kursgestaltung im Hinblick auf die Möglichkeit zur Durchführung der Fortbildungsmaßnahmen in virtueller Präsenz aktualisiert.

Um Praxiserfahrungen und weitere fachliche Einschätzungen aus den Fach- und Verkehrskreisen frühzeitig einzubeziehen, wurde im Frühjahr 2022 im Sinne eines transparenteren Arbeitens sowie einer frühzeitigen Information der Fachkreise erstmals eine vierwöchige öffentliche Konsultation durchgeführt. Im Ergebnis dieser Konsultation wurden die konstruktiven Rückmeldungen bei den weiteren Beratungen zur Aktualisierung der curricularen Fortbildungen für den Grundlagen-, Aufbau- und Auffrischungskurs berücksichtigt.

Hintergrund für die Ausarbeitung der curricularen Fortbildungen: Gemäß der EU-Verordnung über klinische Prüfungen mit Humanarzneimitteln, der EU-Verordnung über Medizinprodukte und der EU-Verordnung über In-vitro-Diagnostika müssen die Prüferinnen, Prüfer und weiteren Mitglieder eines Prüfungsteams in klinischen Prüfungen und Leistungsstudien entsprechend qualifiziert sein. Die Ethik-Kommissionen beurteilen die dazu im Rahmen der Antragstellung eingereichten Unterlagen.

Zur weiteren Konkretisierung der erforderlichen Qualifikation und als möglicher Anhaltspunkt für die Anerkennung einzelner Fortbildungsmaßnahmen durch die Ethik-Kommissionen erarbeiten die Bundesärztekammer und der Arbeitskreis Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland e. V. gemeinsam die Curricula.

Curricula für Prüfer

 

news-3483.atom BÄK-Präsident Reinhardt fordert Alkohol-Werbeverbot - 2022-05-16T15:00:00+02:00 2022-05-17T08:56:26+02:00 „Weniger ist besser. Das gilt auch und gerade beim Thema Alkohol. Der Alkoholkonsum fordert Jahr für Jahr rund 74.000 Todesopfer allein in Deutschland. Die politischen Entscheidungsträger dürfen diese traurige Tatsache nicht länger ignorieren. Sie müssen endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um den Alkoholkonsum zu senken. Wir brauchen ein Werbeverbot für alkoholhaltige Getränke.“ Das fordert Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, anlässlich der diesjährigen „Aktionswoche Alkohol“.

Berlin – „Weniger ist besser. Das gilt auch und gerade beim Thema Alkohol. Der Alkoholkonsum fordert Jahr für Jahr rund 74.000 Todesopfer allein in Deutschland. Die politischen Entscheidungsträger dürfen diese traurige Tatsache nicht länger ignorieren. Sie müssen endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um den Alkoholkonsum zu senken. Wir brauchen ein Werbeverbot für alkoholhaltige Getränke.“ Das fordert Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, anlässlich der diesjährigen „Aktionswoche Alkohol“.   

Obwohl der Alkoholkonsum in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist, gilt Deutschland nach wie vor als Hochkonsumland. Im Durchschnitt trinkt jeder erwachsene Deutsche 10,2 Liter Reinalkohol jährlich. Das liegt deutlich über dem weltweiten Durchschnittswert von 5,8 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr.

„Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig, aber seine Schattenseiten werden leicht vergessen oder verdrängt. Alkoholkonsum ist immer riskant“, warnt BÄK-Präsident Reinhardt. Wer bei sich selbst einen problematischen Umgang mit Alkohol vermute, solle sich umgehend an einen Arzt oder eine Ärztin seines Vertrauens wenden. „In vielen Fällen kann mit ärztlicher Hilfe bereits ein deutlicher Rückgang des Konsums erreicht werden“, so Reinhardt.

Die Aktionswoche Alkohol findet in Deutschland alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr organisieren die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen und das Blaue Kreuz Deutschland die Aktionswoche, die dieses Mal unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser“ den Schwerpunkt auf die Sucht-Selbsthilfe legt.

Weitere Informationen unter www.aktionswoche-alkohol.de.

Podcast-Folge von Sprechende Medizin

 

news-3484.atom Nordrhein: Ärztekammer Nordrhein fordert Suizidpräventionsgesetz - 2022-05-17T08:45:00+02:00 2022-05-18T08:48:00+02:00

Düsseldorf - Die Ärztekammer Nordrhein fordert den Deutschen Bundestag auf, ein Suizidpräventionsgesetz auf den Weg zu bringen, das die Suizidprävention, die Angehörigenbegleitung, die Suizidforschung sowie das Nationale Suizidpräventionsprogramm in Deutschland nachhaltig stärkt.

In Deutschland nehmen sich jedes Jahr mehr als 9.000 Menschen das Leben. Die Zahl der Suizidversuche liegt geschätzt zehnmal so hoch. Der überwiegende Teil der Suizide findet im Kontext psychischer Erkrankungen statt. Erfahrungswerte aus anderen Ländern deuten darauf hin, dass mit dem Angebot der Suizidassistenz die Suizidrate noch einmal deutlich steigt.

 „Allein die Tatsache, dass es so viele Suizidwünsche gibt, muss als gesellschaftlicher Auftrag verstanden werden, die Suizidprävention zu stärken“, sagte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein am Dienstag, 17. Mai in Düsseldorf. „Doch wir Ärztinnen und Ärzte nehmen mit Sorge wahr, dass die aktuellen Debatten mehr davon geprägt werden, wie selbstbestimmtes Sterben ermöglicht werden kann, als davon, wie man Menschen in Krankheit, Einsamkeit und Verzweiflung helfen kann, neue Lebensperspektiven zu finden. Wir müssen uns dringend überlegen, wie wir durch verbesserte Lebensbedingungen etwa durch Armutsbekämpfung, gute Pflege im Alter, bei Krankheit und Behinderung sowie durch ein verlässliches psychosoziales Hilfesystem einen Anstieg der Suizidwünsche vermeiden können“, sagte Henke. „Nur mit einem guten Schutzkonzept können wir verhindern, dass ein gesellschaftliches Klima entsteht, in dem sich schwerkranke, pflegebedürftige oder behinderte Menschen zur Selbsttötung gedrängt fühlen, um niemanden eine Last zu sein.“

„Ärztinnen und Ärzte“, erklärte der Kammerpräsident, „möchten nicht erleben, dass flächendeckend staatlich gut ausfinanzierte Beratungsstellen entstehen, in denen sich Menschen in Not über Fragen der Suizidhilfe beraten lassen können und gleichzeitig Gelder für aufsuchende Hilfen, psychosoziale Beratungsstellen, Hotlines für Betroffene und Angehörige sowie für ausreichende psychotherapeutische und psychiatrische Einrichtungen fehlen, die solche Notlagen im Vorfeld verhindern könnten.“

Die Ärztekammer Nordrhein hat schon auf ihrer Kammerversammlung am 13. März 2021 in einem Beschluss weitreichende Forderungen für die Ausgestaltung eines Suizidpräventionsgesetzes formuliert. Dazu gehörte unter anderem auch die Forderung, durch geeignete Informations- und Aufklärungsangebote ein gesellschaftliches Klima zu fördern, in dem suizidale Menschen über ihre Situation sprechen und Hilfe in Anspruch nehmen können. Auch soll der Gesetzgeber Werbung für Suizid oder Suizidbeihilfe nach Auffassung der Ärzteschaft konsequent verbieten.

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news-3485.atom Hessen: Landesärztekammer Hessen: Alkoholprävention durch Aufklärung - 2022-05-13T08:48:00+02:00 2022-05-18T08:54:34+02:00

Frankfurt - Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Alkohol 2022 blickt die Landesärztekammer Hessen auf 15 Jahre Präventionsbemühungen zurück: Im Sommer 2007 gestartet, sind im Rahmen des Projekts „Hackedicht – Besser geht’s dir ohne!“ bisher mehr als 360 Aktionen mit über 9500 Schülerinnen und Schülern an hessischen Schulen veranstaltet worden. In einer Telefonsprechstunde für die Presse am 16. Mai von 13:00 bis 14:30 Uhr beantwortet Dr. med. Siegmund Drexler, Drogen- und Suchtbeauftragter der Landesärztekammer Hessen, unter Tel. 069 97672 777 Fragen zur Suchtprävention.

Mit rund 1,6 Millionen abhängigen Bürgerinnen und Bürgern ist Alkoholabhängigkeit noch immer ein ernstzunehmendes Problem. Kinder und Jugendliche sind beim ersten Alkoholkonsum durchschnittlich 13 Jahre alt und erleben ihren ersten Rausch mit 14 Jahren.  Zwar ist die Zahl der wegen exzessivem Alkoholkonsum behandelten Kinder und Jugendlichen  zwischen 10 und 15 Jahren  2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent zurückgegangen, wie eine Studie der DAK-Gesundheit zeigt. Doch raten Experten und Expertinnen zu einer vorsichtigen Interpretation der Ergebnisse. Der Rückgang der Zahlen könne unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass  es in der Corona-Pandemie weniger  Gelegenheiten zum gemeinsamen Alkoholkonsum gegeben habe.

„Wichtig ist, mit den Präventionsbemühungen nicht nachzulassen und Kinder und Jugendliche weiterhin über die Risiken des Alkoholkonsums aufzuklären“, betont der hessische Ärztekammerpräsident Dr. med. Edgar Pinkowski. „Das Aufklärungsprojekt der Landesärztekammer „Hackedicht – Besser geht’s dir ohne“ leistet einen ärztlichen Beitrag zur Alkoholprävention bei Jugendlichen. Dabei stehen Information und Austausch mit den Jugendlichen ohne erhobenen Zeigefinger im Vordergrund.“   

Im Rahmen des Projektes vermittelt die Landesärztekammer Ärztinnen und Ärzte, die in Abstimmung mit den Fach- und Beratungslehrern im Unterricht, bei Projekttagen, auf  Informationsveranstaltungen und auf Elternabenden über Alkohol und seine Folgen aufklären. Sie diskutieren mit den Schülern, beantworten ihre Fragen und weisen auf Hilfsangebote hin. Ergänzt werden die Informationsveranstaltungen durch anschauliche Übungen.
 
Mit dem Einsatz von Rauschbrillen wird in unterschiedlichen und an die Altersstufen angepassten Szenarien die eingeschränkte Sehfähigkeit unter Alkoholeinfluss demonstriert.  Außerdem stellt die Landesärztekammer, neben einem Informationsflyer und Fragebögen für Jugendliche, Materialien sowie einen Mustervortrag für die beteiligten Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung.

Wie die Evaluierung zeigt, stoßen die Veranstaltungen bei Schülern und Schülerinnen durchweg auf positive Resonanz. Das bestätigen auch teilnehmende Lehrerinnen und  Lehrer: Man habe den Eindruck, dass die Aufklärungsaktion in den Klassen einen nachhaltigen Eindruck hinterlasse.   

„Die Vernetzung aller Beteiligten ist langfristiges Ziel des Projekts“, erklärt Pinkowski. „Um Jugendliche vor den Gefahren des Alkohols zu schützen, ist die Zusammenarbeit von Ärzten, Lehrern, Eltern und Fachstellen unerlässlich.“

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Landesärztekammer Hessen:
https://www.laekh.de/presse/aktionen-projekte/hackedicht-alkoholpraevention

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news-3486.atom Niedersachsen: „Wir brauchen auf alkoholhaltigen Getränken eine explizite Warnung vor den gesundheitlichen Gefahren“ - 2022-05-13T08:54:00+02:00 2022-05-18T08:56:23+02:00 Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, fordert zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche Alkohol, auf alkoholhaltigen Getränken vor dem gesundheitsschädigenden Potenzial von Alkohol zu warnen.

Hannover - Der Alkoholkonsum ist während der Corona-Pandemie gestiegen. Dies belegen verschiedene internationale Studien. Auch in Niedersachsen kam es zu mehr tödlichen Verkehrsunfällen und die Fahrten unter dem Einfluss von Alkohol und anderen Suchtmitteln nahmen zu. Mehr ärztliche Behandlungen, die auf Alkoholkonsum zurückgehen, verzeichneten ferner die Krankenkassen.

„Angesichts der schier nicht enden wollenden Pandemie, müssen wir dieser Entwicklung wirksame Maßnahmen entgegensetzen“, fordert Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen. Zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche Alkohol vom 14. bis 22. Mai 2022, ausgerufen von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS), macht die Fachärztin für Innere Medizin auf die gesundheitlichen Gefahren durch regelmäßigen Alkoholkonsum aufmerksam: „Aktuelle Studien haben erneut gezeigt, dass bereits ein bis zwei Gläser Wein täglich zu bleibenden Schäden führen“, so Wenker.
Deshalb regt die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) an, auf Alkoholprodukten – ähnlich wie bei Tabakerzeugnissen – auf das gesundheitsschädigende Potenzial dieser Getränke hinzuweisen: „Solange Alkohol von den Menschen in erster Linie mit Geselligkeit, Feierstimmung und guter Laune in Verbindung gebracht wird“, sagt Wenker, werde sich am Konsumverhalten der Bevölkerung nichts ändern.

Die ÄKN wird im Rahmen der Aktionswoche Alkohol außerdem am kommenden Montag, 16. Mai 2022, einen Live-Talk zum Thema Sucht-Selbsthilfe senden. Kommunikationschef Thomas Spieker wird um 17.30 Uhr im ÄKN-Studio aus Hannover Jenny Lehnert-Ott, Suchttherapeutin und Leitung der Abteilung Prävention der Fachstelle Sucht und Suchtprävention prisma gGmbH, und Dr. med. Frank Fischer, Leiter der Sucht- und Traumatherapiestation „Teen Spirit Island“ des Kinder- und Jugendkrankenhauses AUF DER BULT, begrüßen.

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news-3487.atom Berlin: Obdachlosigkeit: Medizinische und hygienische Versorgung verbessern! - 2022-05-12T08:56:00+02:00 2022-05-18T08:58:52+02:00 Obdachlose Menschen erhalten oft nicht die notwendige medizinische Versorgung. Zu den häufigsten Gründen gehört deren schwierige hygienische Situation. Die Ärztekammer Berlin fordert den Senat dazu auf, die medizinische und hygienische Versorgung obdachloser Menschen zu verbessern.

Berlin - „Medizinische Versorgung ist ein Menschenrecht. Dies wird jedoch nicht jedem Menschen in Deutschland in ausreichendem Maß gewährt“, kritisiert PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin. Insbesondere obdachlose Menschen haben oft Schwierigkeiten, die notwendige medizinische Versorgung zu erhalten.

„Oft ist es die Scham aufgrund mangelnder Hygiene, die Betroffene davon abhält, notwendige medizinische Hilfe zu suchen“, erläutert Bobbert. Aber auch für das medizinische Personal bedeutet der hygienische Zustand mancher Patient:innen eine Herausforderung. Gleichzeitig kann mangelnde Hygiene zu Erkrankungen führen oder diese verschlimmern, beispielsweise bei Hauterkrankungen oder Wundinfektionen.

Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin fordert mit einem Beschluss den Berliner Senat daher auf, seine Anstrengungen zu verstärken, eine adäquate medizinische und hygienische Versorgung von obdachlosen Menschen zu gewährleisten. Auf ihrer Versammlung am 11. Mai 2022 haben die Delegierten folgende konkrete Forderungen beschlossen:

  1. Konkret als erster Schritt zu realisieren, ist die Schaffung von mindestens zwei Hygienestationen für Obdachlose, in denen beispielsweise Behandlungen bei Läusebefall oder anderen parasitären Erkrankungen durchgeführt werden.
  2. Sicherstellung von ausreichenden medizinischen und hygienischen Bedingungen in den Obdachlosenunterkünften.
  3. Verstärkte Bemühungen, Obdachlose in feste Unterkünfte zu vermitteln.

„Die Situation von Obdachlosen muss so verbessert werden, dass sie ohne Scham und ohne die Sorge, abgewiesen zu werden, eine gute ärztliche Behandlung erhalten können“, betont Dr. med. Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin. Derzeit werden Obdachlose zum großen Teil in spendenfinanzierten Ambulanzen und von ehrenamtlichen Mitarbeitenden versorgt. „So sehr wir die Arbeit dieser engagierten Kolleg:innen schätzen, kann dies jedoch nicht die Lösung sein, auf der wir uns ausruhen“, so Bobbert. Die Ärztekammer Berlin fordert daher, den Öffentlichen Gesundheitsdienst personell und finanziell so zu stärken, dass ehrenamtliche Strukturen entlastet werden und Gesundheitsämter ihren sozialkompensatorischen Auftrag wahrnehmen können.

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news-3488.atom Berlin: Gesundheitsprävention bei Kindern stärken: Schuleingangsuntersuchungen müssen wieder regelmäßig stattfinden - 2022-05-12T08:58:00+02:00 2022-05-18T08:59:49+02:00 Die Gesundheitsämter müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Schuleingangsuntersuchungen wieder regelmäßig durchführen. Das fordert die Ärztekammer Berlin. Zudem sollen Kita-Reihenuntersuchungen verpflichtend eingeführt werden, um gesundheitliche Probleme bei Kindern frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Berlin - „Gesundheitsförderung und Prävention fangen bei den Kleinsten an. Doch in der Coronakrise ist genau das ins Hintertreffen geraten“, erklärt PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin. Aufgrund der Mehrbelastung der Gesundheitsämter durch die COVID-19-Pandemie waren viele der jährlich 30.000 Schuleingangsuntersuchungen ausgefallen. Die Ärztekammer Berlin fordert daher, den Öffentlichen Gesundheitsdienst personell und finanziell so auszustatten, dass er seinem gesetzlichen Auftrag nachkommen und die Untersuchungen wieder regelmäßig und den Standards entsprechen durchführen kann. Zudem sollten die ausgefallenen Untersuchungen so schnell wie möglich nachgeholt werden. Beschlossen wurden die Forderungen auf der 21. Delegiertenversammlung der Ärztekammer am 11. Mai 2022.

„Besonders für Kinder aus in sozial schwierigen Verhältnissen lebenden Familien ist es problematisch, wenn Schuleingangsuntersuchungen nicht stattfinden“, betont Dr. med. Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin. Die Termine dienen dazu, die körperliche, geistige, soziale und emotionale Entwicklung des angehenden Schulkindes zu untersuchen und zu prüfen, ob das Kind den Anforderungen des Schulalltags aus medizinischer Sicht gewachsen ist. Stellt sich heraus, dass das Kind Unterstützung benötigt, werden geeignete Maßnahmen in die Wege geleitet.

Mit der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat die Ärztekammer Berlin bereits wiederholt Gespräche zu den ausgefallenen Schuleingangsuntersuchungen geführt und ihre Unterstützung angeboten. Zudem fordert sie, die bisher freiwilligen Kita-Reihenuntersuchungen ebenfalls verpflichtend einzuführen. Nur so können gesundheitliche und psychosoziale Probleme bei Kindern rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.  

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news-3489.atom Berlin: Vielfalt der Ärzt:innenschaft besser abbilden: Ärztekammer Berlin setzt auf Parität in den eigenen Reihen - 2022-05-11T08:59:00+02:00 2022-05-18T09:03:59+02:00 Um die Vielfalt der Ärzt:innenschaft besser abzubilden und die Interessen aller Ärzt:innen widerzuspiegeln, will die Ärztekammer Berlin ihre Ausschüsse und Arbeitskreise zukünftig paritätisch besetzen. Die 21. Delegiertenversammlung hat einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Berlin - „Die Berliner Ärzt:innenschaft ist vielfältig. So sind beispielsweise über 50 Prozent derer, die in ärztlichen Berufen tätig sind, Frauen. Doch in den berufspolitischen Gremien sieht das immer noch anders aus“, erklärt PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin. Die Kammer will daher nun ihre Ausschüsse und Arbeitskreise paritätisch besetzen – auch, um dem Fachkräftemangel in der Medizin entgegenzuwirken. „Um ein funktionierendes Gesundheitswesen zu erhalten, müssen wir die Arbeitsbedingungen in Praxen und Kliniken verbessern“, so Bobbert. „Und dafür benötigen wir die Erfahrungen und das Mitgestaltungspotenzial aller  Ärzt:innen.“

Bereits im Jahr 2020 hat die Ärztekammer den Arbeitskreis „Ärztinnen für Parität“ gegründet, um mehr Frauen für die berufspolitische Arbeit zu gewinnen. Nun haben die Delegierten auf ihrer Versammlung am 11. Mai 2022 beschlossen, in den Ausschüssen und Arbeitskreisen eine paritätische Besetzung anzustreben. Gemeinsam wollen sich Vorstand, Delegiertenversammlung und Arbeitskreis dafür einsetzen, dass die Vielfalt der Berliner Ärzt:innenschaft in Zukunft stärker in den Gremien abgebildet wird. „Wir vertreten die Interessen ALLER Ärzt:innen“, erklärt Dr. med. Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin. „Daher wollen wir noch besser darin werden, die Ärzt:innenschaft generationenübergreifend und breit aus dem gesamten Mitgliederspektrum in die Arbeit der Ärztekammer einzubinden und ihre Interessen zu vertreten“, so Blöchle.

Um dies zu erreichen, soll die Delegiertenversammlung bei zukünftigen Entscheidungen zur Besetzung neben den fachlichen und persönlichen Eignungsvoraussetzungen auch den paritätischen Grundsatz berücksichtigen. Zudem sollen die Nachwuchsförderung verstärkt und die Sitzungen der Ausschüsse und Arbeitskreise so gestaltet werden, dass sie mit dem ärztlichen Berufsleben sowie mit dem Privatleben besser vereinbar sind.

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news-3490.atom Brandenburg: Regierungskommission Krankenhaus: Vertreter der Fläche beteiligen! - 2022-05-12T09:04:00+02:00 2022-05-18T09:05:04+02:00

Potsdam - Grundsätzlich positiv sieht der Vorstand der Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB) die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums, endlich eine umfassende Krankenhausreform anzugehen.

In diesem Sinne sei auch die Einrichtung einer „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“ zu begrüßen. Als unverständlich beurteilte das Gremium allerdings die Tatsache, dass dieser Kommission – zumindest bisher – keinerlei Vertreter der stationären und ambulanten Flächenversorgung mit ihrer spezifischen Kenntnis der Situation in ländlichen Krankenhausstrukturen und Versorgungsanforderungen angehören sollen. Dies steht in deutlichem Widerspruch zur Verteilung der Bevölkerung in Deutschland. Der weit überwiegende Teil der Bevölkerung lebt nicht in Großstädten, sondern in ländlich und kleinstädtisch geprägten Gebieten Deutschlands.

Besonders in Flächenländern wie Brandenburg muss aber die stationäre Versorgung am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden, betonte der Kammervorstand. Die zuverlässige und erreichbare Versorgung mit stationären medizinischen Leistungen sei ein hohes Gut. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie habe belegt, wie unverzichtbar eine Krankenhausplanung sei, die sich am Bedarf der Bevölkerung orientiere. Dazu gehöre es, überall in Deutschland eine hochwertige Versorgung sicherzustellen. Darüber hinaus seien die Kliniken elementar wichtig, um die Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten zu Fachärzten und damit die Gewährleistung des ärztlichen Nachwuchses sicherzustellen. Auch die gegenwärtigen, berechtigten Diskussionen über die Wiederherstellung eines ausreichenden Zivilschutzes der Bevölkerung zeigen, dass eine stationäre Flächenversorgung unverzichtbar ist.

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news-3491.atom Nordrhein: Höchste Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft für Christoph Fuchs - 2022-05-11T09:05:00+02:00 2022-05-18T09:07:09+02:00

Düsseldorf - Die deutsche Ärzteschaft hat den ehemaligen Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, Professor Dr. Christoph Fuchs (77), mit der Paracelsus-Medaille geehrt. Der Internist habe sich um das Gesundheitswesen, die deutsche Ärzteschaft und das Gemeinwohl in ganz besonderer Weise verdient gemacht, sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. Klaus Reinhardt, in seiner Laudatio. Die Ehrung fand am 9. Mai im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf statt.

Fuchs studierte Medizin in Köln und Wien, erhielt 1970 seine Approbation und schlug zunächst eine wissenschaftliche Laufbahn an der Georg-August-Universität Göttingen ein. Dort habilitierte er 1975 für das Fach Physiologie. 1980 wurde er Facharzt für Innere Medizin und als Professor auf Lebenszeit berufen. Knappe Forschungsbudgets und zu wenig Personal samt der Folgen für die Patientenversorgung bewogen Fuchs zum Wechsel in die Gesundheits- und Berufspolitik. Um die Rahmenbedingungen zu verändern, müsse man an die Hebel der Macht, sagte er dazu im Rückblick. Fuchs wechselte 1984 zunächst als Ministerialdirigent ins rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium und 1990 als Hauptgeschäftsführer in die Bundesärztekammer. Dort setzte er sich bis zu seinem Ruhestand 2011 insbesondere für die Förderung der Versorgungsforschung und die Freiberuflichkeit des Arztberufs ein. Gemeinsam mit dem damaligen BÄK-Präsidenten Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe stieß er die Debatte über die Verteilungsgerechtigkeit medizinischer Leistungen angesichts begrenzter Ressourcen an. An die Ärzteschaft appellierte der Mitbegründer der Akademie für Ethik in der Medizin, Haltung zu bewahren. Das sei keine Frage des Geldes. „Albert Schweitzer war auch im Urwald von Lambarene ein guter Arzt“, sagte Fuchs in Düsseldorf.

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